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Mini-Logo Petri-Nikolai

Das Kirchgebäude

Bild: Petrikirche Luftbild – Klick zum Vergrößern
Die Petrikirche steht unweit des Obermarktes der Bergstadt Freiberg. Die Kirche bestimmt durch ihre erhöhte Lage und mit der reich abgestuften, barocken Haube des Westturms, die in einer langen Spitze endet, die Silhouette der Stadt. Der südliche, mit einem Satteldach abgeschlossene Turm heißt „Fauler Turm“, ein sehr bildlicher Ausdruck, da dieser sich in der Höhe nicht mit seinem Nachbarn messen kann. Die unteren Geschosse zeigen romanische Gliederungselemente wie Lisenen, die sich um die Kanten der Mauer legen, und einen Kreuzbogenfries. Besonders interessant ist die Verwendung von Ziegelsteinen für die Ornamente, die Mauerstreifen sind mit Bruchstein vermischt.

Nach unten auf dieser Seite:
Link zu den Informationsblättern in der Offenen Kirche,
Link zur Beschreibung des Innenraumes der Petrikirche,
Link zum Lutherdenkmal in der Lutherhalle,
Link zum Manuskript zum Vortrag anlässlich der 275. Kirchweihe am 05.07.2009 von Pfarrer i.R. Dietmar Beuchel,
Link zu einigen technischen Angaben zur Petrikirche,
Link zum sogenannten „Schmelzeraltar“,
Link zu den Arbeiten von Johann Christian Feige d. Ä.


Informationsblätter

Als Hilfe für Besucher der Offenen Petrikirche liegen Informationsblätter in den folgenden Sprachen aus:

Bild: Informationsblatt arabisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Arabisch“,
Bild: Informationsblatt chinesisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Chinesisch“,
Bild: Informationsblatt dänisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Dänisch“,
Bild: Informationsblatt deutsch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Deutsch“,
Bild: Informationsblatt deutsch – für Kinder – Klick zum Herunterladen Bild: Informationsblatt deutsch – für Kinder – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Deutsch für Kinder“,
Bild: Informationsblatt englisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Englisch“,
Bild: Informationsblatt esperanto – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Esperanto“,
Bild: Informationsblatt estnisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Estnisch“,
Bild: Informationsblatt französisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Französisch“,
Bild: Informationsblatt isländisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Isländisch“,
Bild: Informationsblatt italienisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Italienisch“,
Bild: Informationsblatt japanisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Japanisch“,
Bild: Informationsblatt klingonisch Transkription – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Klingonisch“,
Bild: Informationsblatt koreanisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Koreanisch“,
Bild: Informationsblatt kroatisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Kroatisch“,
Bild: Informationsblatt lettisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Lettisch“,
Bild: Informationsblatt litauisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Litauisch“,
Bild: Informationsblatt niederländisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Niederländisch“,
Bild: Informationsblatt norwegisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Norwegisch“ (Bokmål),
Bild: Informationsblatt obersorbisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Obersorbisch“,
Bild: Informationsblatt persisch_farsi – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Persisch/Farsi“,
Bild: Informationsblatt plattdeutsch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Plattdeutsch“,
Bild: Informationsblatt polnisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Polnisch“,
Bild: Informationsblatt portugiesisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Portugiesisch“,
Bild: Informationsblatt rumaenisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Rumänisch“,
Bild: Informationsblatt russisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Russisch“,
Bild: Informationsblatt slowakisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Slowakisch“,
Bild: Informationsblatt spanisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Spanisch“,
Bild: Informationsblatt tschechisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Tschechisch“,
Bild: Informationsblatt türkisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Türkisch“,
Bild: Informationsblatt ungarisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Ungarisch“,
Bild: Informationsblatt weißrussisch – Klick zum Herunterladen Informationsblatt „Weißrussisch“.

Alle diese Versionen wurden von hilfsbereiten Menschen ehrenamtlich, d.h. unentgeltlich für die Besucher der Offenen Petrikirche erstellt und übersetzt. Viele der Dolmetscher kannten Freiberg und die Petrikirche bisher kaum, trotzdem gaben sie Zeit und Wissen für die weit von ihnen entfernten Landsleute, Freiberg-Studenten und Freiberg-Touristen.
Smiley Schild Danke Ihnen Preis und Ehre und viele, viele, viele Danke dafür!

Dank Sprachgenies sind weitere Ausgaben in fremdländischen Worten in Vorbereitung.

Zum Öffnen der PDF-Dateien benötigen Sie den Adobe® Reader®, den Sie – falls dieser noch nicht auf ihrem Rechner installiert ist – hier kostenlos herunterladen können.


Innenraum der Kirche

Nordkapelle mit separatem Eingang
(ca. 30 Plätze)
Bild: Ausstellungsraum – Klick zum Vergrößern

Bild: Ausstellungsraum – Klick zum Vergrößern
Ausstellungsraum
 
Bild: Großer Gemeinderaum – Klick zum Vergrößern
großer Gemeinderaum
(ca. 30 Plätze, 20 mit Tischen)

Bild: Runde Tisch Raum – Klick zum Vergrößern
Runder-Tisch-Raum
(ca. 10 Plätze)

Bild: Küche – Klick zum Vergrößern
Küche
Bild: Altar – Klick zum Vergrößern

Bild: Innenraum – Klick zum Vergrößern

Bild: Innenraum – Klick zum Vergrößern
Kirchenschiff
Bild: Christenlehreraum – Klick zum Vergrößern
Christenlehreraum
(20 Plätze)

Bild: Jugendraum – Klick zum Vergrößern
Jugendraum
(ca. 15 Plätze)

Bild: Kindergottesdienstraumt – Klick zum Vergrößern
Kindergottesdienstraum
(ca. 12 Plätze)


Innenraumumbau:
Hier ein kleiner Film in drei Varianten (in der Hoffnung, dass eine der Varianten auf jedem Rechner funktioniert), wie schnell es gehen kann, um das Kirchenschiff vom Gottesdienstgestühl zu Kaffeetafeln umzubauen:
Bild: Kirchenschiffumbau
Als GIF-Bild (21 MB), als MPG-Film (6 MB) und als AVI-Film (10 MB, DivX).


Kurzbeschreibung

Nach dem verheerendem Stadtbrand am 1. Mai 1728 wurden die gotischen Gewölbe und Pfeiler ersetzt, das architektonische Grundgerüst des Kirchenbaues blieb aber erhalten. Die hoch aufgesockelten, weit auseinanderstehenden Pfeiler – in der gotischen Kirche nötige Zwischenstützen setzte man im barocken Bau nicht mehr ein – erhielten auf jeder Seite eine Vorlage, von der die leicht spitzbogigen Gurte des Kreuzgratgewölbes ausgehen. Besonders prägnant ist dadurch der mehrfach abgetreppte und profilierte Kämpfer des Pfeilers ausgebildet. Eine eigentümliche Lösung sind die halben Gewölbe in den Seitenschiffen, die in ihrer Ausgestaltung in Analogie zu den Gewölben des Querhauses gesetzt sind. Über den Seitenschiffen werden sie schlicht halbiert, sie stoßen einfach an die Langhauswand und laufen ohne Abschluss aus.
Enge Fensterreihen an den Langhauswänden ermöglichen eine großzügige Belichtung des Kirchenschiffes. Der gotische Chor ist im Gegensatz dazu dunkler, Anbauten des 19. Jahrhunderts an den Flanken verhindern eine Durchlichtung. Im Süden ist die Sakristei untergebracht, während der nördliche Raum ehemals als Traukapelle benutzt wurde. Der Chor ist nicht wie viele Altarräume der Gotik in einem Polygon abgeschlossen, sondern schließt platt, ein eigentümliches Motiv, das häufig an den Klosterkirchen des Zisterzienserordens und der Bettelorden vorkommt.
Ab 1974 fand eine gründliche Umgestaltung der Petrikirche zum Gemeindezentrum statt. Der Chorraum wurde dabei durch eine Glaswand, die die Funktion eines mittelalterlichen Lettners übernehmen soll, vom Langhaus abgetrennt und dient als Raum für Ausstellungen. Das Hauptschiff ist gleichzeitig Gottesdienst-, Fest- und großer Gemeinderaum. Die Seitenschiffe wurden ebenfalls durch Wände abgeschlossen, die man teilweise aus Glas gestaltete. Dahinter richteten wir Gemeinderäume ein, die von einem regen Gemeindeleben zeugen und von den Gemeindegliedern sehr in Anspruch genommen werden. Hier drückt sich sehr plastisch das Bild von der „Kirche in der Kirche“ aus. So ist auch für alle Gruppen in der Gemeinde ein Raum vorhanden, wie zum Beispiel ein Musikraum, ein Jugendzimmer und ein Christenlehreraum. Eine Küche und andere Gruppenräume runden das Bild ab.
Die beiden Gemälde im Kirchenschiff an der Wand zur Lutherhalle schuf Herr René Wand.

(Quelle: nach „Kunstführer“, siehe Impressum)


Lutherdenkmal in der Lutherhalle

Bild: Lutherdenkmal – Klick zum Vergrößern Bild: Lutherdenkmal – Klick zum Vergrößern
Der Dresdner Künstler M. Hermann Fritz (1873–1948) schuf dieses Lutherdenkmal. Er war nicht nur Bildhauer, sondern auch Keramiker und arbeitete u.a. für die Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (Hutschenreuther). Interessant ist, dass er Luther ohne Bibel dargestellt hat, und auffallend ist die Gestaltung der Hände.
Sowohl dieses Denkmal als auch der Lutherbrunnen auf dem Freiberger Untermarkt wurde 1917 zum 400. Reformationsjubiläum errichtet.
Vielen Dank Prof. Reinhard Dithmar (Professor für Literaturdidaktik, Germanistik und evangelische Theologie an der Freien Universität Berlin) für diese Informationen – vgl. das Buch „Lutherdenkmäler“ von Prof. Dithmar, welches demnächst im Wartburg-Verlag erscheint.

Von 1917 bis 1974 stand Herr Luther hier (Quelle unbekannt):
Bild: Lutherdenkmal – Klick zum Vergrößern


Manuskript zum Vortrag
anlässlich der 275. Kirchweihe am 05.07.2009 von Pfarrer i.R. Dietmar Beuchel

„Von der Kirche zum Gemeindezentrum“ oder
„Erinnerungen an meine pastorale Tätigkeit in Freiberg an St. Petri“

Am 01.09.1969 begann ich meinen Pfarrdienst an der Petrikirche in Freiberg. Dieser Beginn hat eine Vorgeschichte. Im Juni 1969 wurde der Bund der Ev. Kirchen in der DDR gegründet. Die Trennung von der EKiD war der politischen Situation geschuldet. Diese Entscheidung durch die kirchlichen Ämter erfuhren wir Pfarrer meistens durch Westmedien. Dies ärgerte mich. Ich schrieb einen Protestbrief an Oberlandeskirchenrat Knauf. Im Laufe der Gespräche mit OLKR Knauf bat er mich, nach Freiberg zu gehen. Dort wurde ein großes Neubaugebiet erbaut. Die kirchliche Struktur musste sich auf die neue Situation einstellen. Eine weitere Pfarrstelle einzurichten war auf Grund des Rückganges von Gemeindegliedern in den Gemeinden der Innenstadt nicht sinnvoll. Die Kreissynode hatte die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Petri und Nikolai gefordert. Die KVs der beiden Gemeinden wehrten sich dagegen, dass sie allein Opfer bringen sollten. Die Umstellung auf Grund der kirchlichen und politischen Situation war nötig. Das war meine Überzeugung.

Schockiert war ich, als ich das erste Mal die Petrikirche besuchte. Diese Kirche war in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhundert mit Leimfarben ausgestrichen worden. Diese blätterte nach fünfzig Jahren. Es rieselte Kalkfarbe. Jeder Gottesdienstbesucher tat gut daran, keine Sonntagskleidung zu tragen. Herrr Cholet stellte dies in einer Pantomine köstlich dar. Neben der kirchlichen Neustrukturierung auch noch eine Stadtkirche zu renovieren, das wollte ich mir nicht antun. Deshalb lehnte ich ein Kommen nach Freiberg ab. Wir fühlten uns wohl auf dem Lande in der Dorfgemeinde Dittersbach. Meine Frau und ich, wir hatten nicht mit der Hartnäckigkeit der Petriältesten Bellmann und Thriemer gerechnet. Sie besuchten uns in Dittersbach und hatten beschlossen erst wieder nach Freiberg zurück zu kehren, wenn sie unsere Zusage mit nach Hause nehmen konnten. So begann mein Dienst in Freiberg.

Drei Aufgaben lagen vor mir:
1. Die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Petri und Nikolai.
2. Aufbau einer Neubaugemeinde auf dem Wasserberggebiet.
3. Renovierung der Petrikirche.

Mitstreiter waren die beiden Kirchenvorstände und Pfarrer Falkenberg. Mit ihm habe ich mich gut verstanden, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren. Wir rauften uns zusammen. Die beiden ersten Aufgaben hatten Priorität. Die Renovierung der Petrikirche rückte im Augenblick in weite Ferne. Über das Zusammenwachsen der beiden Gemeinden, der Verkauf der Nikolaikirche und der Aufbau der Wasserberggemeinde müssten in einem Extravortrag gewürdigt werden. Dazu reicht die Zeit heute auf keinen Fall.

Ich komme nun zur Renovierung der Petrikirche. In meinen kühnsten Träumen hatte ich mit einer baldigen Renovierung der Petrikirche nicht gerechnet. Aber Gott wollte es. Superintendent Kohl feierte ein Jubiläum. Der Konventsrat beschloss, alle Pfarrer liefern eine Predigt, ein Katechese oder ein Meditation, die gebunden als Präsent überreicht werden sollte. Ich schrieb eine Denkschrift über die Zukunft der Kirchgemeinden und der Kirchen in Freiberg. Bei einem weiteren Rückgang der Gemeindegliederzahlen werden die drei großen Kirchen zu einer finanziellen Belastung, die wir uns auf Dauer nicht leisten können. Der Dom als die erste Kirche am Ort muss auf Grund seiner baugeschichtlichen, kirchengeschichtlichen und künstlerischen Bedeutung unbedingt erhalten werden. Die barocke Nikolaikirche ist baulich kaum auf eine zukünftige Gemeindenutzung um zubauen. Die Petrikirche war Ende des 19. Jahrhunderts im Inneren total umgebaut worden. Unter ihre Emporen lassen sich Räume für die Gemeinde der Zukunft gewinnen. Gegen einen erneuten Umbau gab es die wenigsten Bedenken durch die städtische Denkmalbehörde. Superintendent Kohl gab meine schriftlichen Überlegungen zur Zukunft der Freiberger Kirchen an das Landeskirchenamt der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens weiter.

In dieser Zeit verhandelte die Regierung der DDR mit der EKiD über die Renovierung kulturhistorisch wertvoller Kirchen in der DDR. Die chronische Devisennot der DDR führte dazu, dass man zwar zähneknirschend aber letztlich doch den Erhalt von Kirchen in der DDR zustimmte. Ziel war nicht nur eine Renovierung von Kirchen, sondern auch der Umbau von Kirchen, um sie zukunftsoffen gestalten zu können. Da kamen meine Überlegungen zur rechten Zeit. Der Leiter des kirchlichen Bauamtes der Landeskirche, Baurat Dr. Behr, kam nach Freiberg. Es gab Verhandlungen mit dem Kirchenvorstand. Dieser stimmte einer Renovierung mit baulichen Veränderungen im Inneren der Petrikirche zu. Die Finanzierung erfolgte nach dem Devisenabkommen in Westmark. Wesentlich schwieriger gestalteten sich die Verhandlungen mit dem Rat des Kreises Freiberg. Dieser musste aus seinen laufenden Mitteln die Baustoffe und alle weiteren Kapazitäten zur Verfügung stellen. Schon im laufenden Kreishaushalt verplanten Baumaßnahmen mussten verschoben werden. Dagegen wehrten sich mit Verständnis auf meiner Seite die Genossen. Es kam einmal in unserer Gegenwart zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen dem Regierungsvertreter und dem Rat des Kreises. Da wurde geschimpft, von Sabotage gesprochen und mit gerichtlichen Konsequenzen gedroht.

Wir und viele Freiberger staunten über das Bautempo. Das war man nicht gewohnt. Ich erinnere mich, wie eines Freitags mittag aus Westberlin die Glaswände geliefert wurden. Sie waren der einzige Import, denn die DDR-Betriebe konnten Glasscheiben in dieser Größenordnung nicht herstellen. Während unsere Arbeiter sich schon auf das Wochenende vorbereiteten, die Werkzeuge reinigten und wegräumten, begannen die Westberliner die ersten Glasscheiben einzusetzen. Man staunte. Und plötzlich in der nächsten Woche arbeiteten unsere Arbeiter schneller. „Wir sind doch nicht schlechter als die Westberliner“, sagte mir der leitende Ingenieur.

Die Abtrennung des hohen Chores vom Kirchenschiff warf die Frage auf: Wie gestalten wir die Stahl-Glas-Wand künstlerisch? Die Antwort gab Baurat Dr. Behr: „Ich empfehle Friedrich Press aus Dresden.“ Ich besuchte Friedrich Press auf seinem Dresdner Grundstück. Auf ihm standen einige Werke. Einige fand ich schön, die meisten gewöhnungsbedürftig. Der Bildhauer war praktizierender Katholik. Angeregt von Ernst Barlach beschränkte er seine Arbeiten auf das Wesentliche. So war er schon im Nationalsozialismus angefeindet. In der DDR wurde sein Werk erst in den 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewürdigt. Press kam nach Freiberg. Er liess sich für zwei Stunden in der Petrikirche einschließen. Er wollte den Raum auf sich wirken lassen. Danach entwickelte er seinen künstlerischen Plan: Die Stahlglaswand besteht aus lauter Kreuzen. Da wird kein Künstler ein weiteres Kreuz oder gar ein Kruzifix darauf gestalten. Er entwickelte uns seine Gedanken, die er im Modell vorstellte. Dieses Modell wurde in einer Gemeindeveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Interessant war: Die Hälfte der Ablehner waren junge Leute. Das war für mich überraschend.

Herr Press erklärte, dass er in Erinnerung an den Silberbergbau in Freiberg die alte Technik aus Sumerer (vor 3000 Jahren) die Holzfigur mit einer silberglänzenden Folie überziehen werde. Die Doppelfigur symbolisiert den Todesschrei und den Wiederkommenden mit dem Schwert zum Endgericht. Wie Jesus ausgesehen hat, weiß in unserer Generation niemand. Es ist dann doch besser auf eine Phantasiegestalt zu verzichten und dafür das Wesentliche an der Person Jesus Christus darzustellen. Der Schrei eines Gottverlassenen versteht mancher Mensch unter uns. Das Schwert als Symbol nach Gerechtigkeit ist der Aufschrei vieler heutiger Menschen, die immer wieder Ungerechtigkeiten erleben. Die künstlerische Darstellung mahnt die Gemeinde zu immer neuer Auseinandersetzungen mit den dringenden Problemen unserer Zeit.


Einige technische Daten des Kirchengebäudes:

Ost-West-Ausdehnung: 61 m
Nord-Süd-Ausdehnung: 26 m
Turmhöhen: 72 m (Petriturm)
41 m (Fauler Turm)
36 m (Hahnenturm)
Höhe Innenraum des Kirchenschiffes: 14,5 m
Umfang der Kirche: 191 m
Dachfläche: 2430 m² (ca. 2,5 Handballfelder)
Dachstuhl: ca. 500 m³ (150 Stück 100-jährige Fichten)
Umbauter Raum: ca. 29000 m³
Glocken: große Glocke von Oswald Hilliger; 3850 kg
kleine Glocke von Wolf Hilliger; 1940 kg
Stundenglocke
Häuerglocke
Fenster: 57 Kirchenfenster mit 242 Fensterflügel


Charakteristik Petrikirche:
Anfahrt unproblematisch, jedoch Parken an der Kirche kaum möglich
Zugang ist für Rollstuhlfahrer geeignet (barrierefrei)
Toiletten vorhanden (behindertenfreundlich)
Küche vorhanden
zentraler Kirchenraum, Ausstellungsraum und viele Nebenräume vorhanden

Zentraler Kirchenraum bestehend aus Kirchenschiff und Emporen:
Platzkapazität ca. 150 Plätze im Kirchenschiff (flexibel durch Bestuhlung)
Gesamtkapazität bis max. 700 Plätze
Mikrofonanlage ist vorhanden

Ausstellungsraum:
Winterkirche (abgetrennter Chorraum) genutzt für Ausstellungen (aufgrund der Akustik nicht besprechbar!)
Blickbeziehung zum Kirchenraum vorhanden

Nebenräume:
Lutherhalle (Vorraum) bis ca. 45 Plätze
Nordkapelle mit separatem Eingang ca. 30 Plätze
u.a.


Schmelzeraltar

Bild: Schmelzeraltar – Klick zum Vergrößern
An der nördlichen Langhauswand ist in einem Glaskasten ein gotisches Relief zu sehen, die Predella des Schmelzer-Altars.
„In der sogenannten Oberhüttenamts-Emporkirche befindet sich ein Teil von einem kleinen Altare, auf welchem die letzte Ostermahlzeit Jesu mit seinen Jüngern dargestellt ist, dabei sie alle in der Ordnung zusammensitzen, Johannes dem Herren im Schoße liegend, das Osterlamm aber vor ihm, Judas, der Verräter, sitzt vorn auf einem dreibeinigen Schemel und ist an dem roten Barte zu erkennen.“ [C.G. Wilisch, Kaplan in St. Nikolai, 1750]

Die Abendmahlsdarstellung bot dem Künstler die Möglichkeit, für die damalige Schnitzkunst typische Elemente in ein religiöses Werk einzubringen. So sieht man auf dem mit weißem Tuch gedeckten Tisch Teller, Becher und Brote, im Vordergrund steht ein großer Brotkorb, dessen Flechtmuster liebevoll gestaltet ist, daneben eine Weinkanne. Von der hohen Qualität des Werkes zeugt die plastische Ausarbeitung des Schnitzwerkes wie die sehr unterschiedlichen charakteristischen Köpfe der Apostel:
In Jesu Armen Johannes, vom Betrachter rechts neben Jesus Johannes Bruder Jakobus der Ältere, rechts daneben mit dunklem, bartlosen Gesicht Bartholomäus, dann in der Ecke die Jünger Philippus, Jakobus der Jüngere, Simon „der Eiferer“. Links neben Jesus: Petrus, dann sein Bruder Andreas („trinkend“ – die Bitterkeit des Kelches schmeckend), Judas Thaddäus (bartlos), Matthäus, der „ungläubige“ Thomas und Judas Iskariot.

„Bei den sprechenden und ausgeprägten Gesichtszügen, namentlich bei denen der beiden bartlosen Gestalten ist es sehr wahrscheinlich, dass wir hier Freiberger Porträts aus der Zeit des Künstlers vor uns haben, vielleicht auch dessen eigenes Bildnis, wie man nicht selten bei alten Kunstwerken findet.“
So Heinrich Gerlach in den „Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins“ 1887, Heft 24 unter Berufung auf den Dresdner Bildhauer Oscar Nassau. Im gleichen Heft wurde mitgeteilt, dass der römische Legat Bartholomäus angesichts knapper Ressourcen nach dem Stadtbrand vom 21.06.1484 einen besonderen Ablass für die Unterstützung des Wiederaufbaus sowohl der Petri- als auch der Nikolaikirche ankündigte.

Das Relief stammt aus der Werkstatt des von 1498 bis 1539 in Freiberg nachweisbaren Bildschnitzers und Malers Philipp Koch, der nach seinen Arbeiten im Dom auch als „Meister der Freiberger Domapostel“ bezeichnet wurde. Es gehörte ursprünglich zum Altar der Bruderschaft der Schmelzer, welcher „in uralten Zeiten“ [Feiberger Altertumsverein 1887] aus der 1890 abgebrochenen alten Jakobikirche in die Nikolaikirche versetzt wurde. Es bildete die Predella des „Schmelzer-Altars“, also einer Gruppe der Freiberger Hüttenarbeiter. Im Zusammenhang mit der Säkularisierung der Nikolaikirche und des Zusammenschlusses der Stadtgemeinden St.„Petri und St.„Nikolai kam es 1974 in die Petrikirche.


Johann Christian Feige d. Ä.

Bild: Taufstein – Klick zum Vergrößern Bild: Kanzel – Klick zum Vergrößern Bild: Orgelprospekt – Klick zum Vergrößern Bild: Lesepult (Ambo) – Klick zum Vergrößern
Der Taufstein, die Kanzel, der Prospekt der Silbermannorgel und das Lesepult (Ambo) wurden nach dem großen Stadtbrand von 1728 von Johann Christian Feige d. Ä. (1689–1751) geschaffen. Von ihm stammt auch die bildhauerische Ausstattung der Dresdner Frauenkirche.
George Bähr war als Gutachter für den Wiederaufbau der Petrikirche sowie für die Errichtung der neuen Kanzel tätig. Die enge Zusammenarbeit mit Bähr während des Baues der Frauenkirche verhalf Johann Christian Feige d. Ä. zu dem bedeutsamen Auftrag in Freiberg.
Die Stücke zeigen wenig bildhauerische Erfindung, jedoch überreichen dekorativen, stuckierten Schmuck. Der Schalldeckel der Petrikirchen-Kanzel gleicht dem der nicht wiederhergestellten Kanzel der Dresdner Frauenkirche. Feige verzichtete fast vollständig auf figürliche Darstellungen, jedoch setzten Vergoldung und farbige Marmorierung glanzvolle Akzente.

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