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Ausstellungen und Skulpturen von Friedrich Press

Nach unten auf dieser Seite:
Link zu den Ausstellungen,
Link zu Friedrich Press,
Link zur Beschreibung der 12 Stelen von Press,
Link zur Biographie von Press.


Ausstellungen

Ausstellung – Klick zum Vergrößern
Seit 2005 nutzen wir denr ehemaligen Chorraum der Petrikirche für wechselnde Ausstellungen. Dieses Angebot wird von den Künstlern gern angenommen. In dem hellen Raum können Kunstwerke verschiedenster Kunstgattungen ansprechend präsentiert werden, und die jährlich ca. 20.000 Besucher der Offenen Petrikirche sind ein interessiertes Publikum.
Sabine Lohmann (sabine.lohmann@petri-nikolai-freiberg.de steht für Anfragen gern zur Verfügung.



Chronologie der Vernissagen:

Bild: Vernissage – Klick zum Vergrößern Bild: Vernissage – Klick zum Vergrößern
Vernissage zur 43. Ausstellung:
01.04.2017
Dietmar Gubsch (Dresden)
„Grafik, Malerei, Skulpturen“

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Vernissage zur 42. Ausstellung:
30.06.2016
Freie Textilgruppe SELENE

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Vernissage zur 41. Ausstellung:
19.03.2016
Malgorzata Chodakowska
„5 törichte und 5 kluge Jungfrauen“

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Vernissage zur 40. Ausstellung:
17.09.2015
Siegmar Cholet
„Das Figurenkabinett des S. Cholet“

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Vernissage zur 39. Ausstellung:
18.06.2015
Holger Koch
„Malerei & Arbeiten auf Papier“

Bild: Midissage – Klick zum Vergrößern Bild: Midissage – Klick zum Vergrößern
Midissage zur 38. Ausstellung:
09.05.2015
Volker Benedix
„Neue Malereien“

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Vernissage zur 37. Ausstellung:
11.10.2014
Leben nach Luther – Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses
Deutsches Historisches Museum Berlin in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Internationalen Martin-Luther-Stiftung

Bild: Vernissage – Klick zum Vergrößern Bild: Vernissage – Klick zum Vergrößern
Vernissage zur 36. Ausstellung:
05.06.2014
Carl Ernst Forberg
Stiche und Gemälde

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Vernissage zur 35. Ausstellung:
05.09.2013
Ulla Andersson
Gemälde
„ZEITSPRUNG“

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Vernissage zur 34. Ausstellung:
22.06.2013
Jörn Michael
Fotografien
„Licht × Bild“

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Vernissage zur 33. Ausstellung:
04.04.2013
Christian Domke
Grafik, Plastik, Malerei

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Vernissage zur 32. Ausstellung:
01.09.2012
Stefan Nestler

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Vernissage zur 31. Ausstellung:
14.07.2012
Lydia Fenzel
„Zwischen Menschen“ – Farbarbeiten und Skulpturen“

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Vernissage zur 30. Ausstellung:
25.05.2012
Bernd Göbel
Skulpturen und Graphiken

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Vernissage zur 29. Ausstellung:
31.03.2012
Jens Ossada
Plastiken und Gemälde

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Vernissage zur 28. Ausstellung:
29.09.2011
Frances Schandera Duarte und Everett Duarte
„Drei“ – Eigenes und Gemeinsames

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Vernissage zur 27. Ausstellung:
07.09.2011
Silbermanngesellschaft
„Klingendes Erzgebirge – Reichtum einer Landschaft“

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Vernissage zur 26. Ausstellung:
16.06.2011
Carsten Gille
Malerei

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Vernissage zur 25. Ausstellung:
09.04.2011
Gottfried Kohl
„Werkschau“ – Zeichnungen und Plastiken

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Vernissage zur 24. Ausstellung:
16.10.2010
Günter Hertel
„Malerei und Graphik“

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Vernissage zur 23. Ausstellung:
09.09.2010
Siegmar Cholet
„Siebzig Momente“ – Keramik und Papierinstallationen

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Vernissage zur 22. Ausstellung:
24.06.2010
Michael Morgner
„Prés du Golgatha“

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Vernissage zur 21. Ausstellung:
06.05.2010
Hilde Golde
„Die Anwesenheit der Farbe“ – Malerei

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Vernissage zur 20. Ausstellung:
18.03.2010
Volker Benedix
„Stadt- und Landschaftsräume“

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Vernissage zur 19. Ausstellung:
10.09.2009
Eva Bröer
„Bildgeschichten“ – Plastiken, Installationen, Wachsobjekte

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Vernissage zur 18. Ausstellung:
18.06.2009
Günter Schlömann
„Stein(h)art“ – Plastiken und Malereien

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Vernissage zur 17. Ausstellung:
18.04.2009
Bernd Mast
„Jazzphotographie“

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Vernissage zur 16. Ausstellung:
05.03.2009
Britta Kayser
„Gegenüber“ – Pastelle, Aquarelle, Ölbilder

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Vernissage zur 15. Ausstellung:
11.09.2008
Michael Klose
„Das Licht der Bäume“ – Gemälde und Plastiken

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Vernissage zur 14. Ausstellung:
26.06.2008
Inge-Rose Lippok
„Himmel, sehr greifbar“ – Raum-Installationen

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Vernissage zur 13. Ausstellung:
05.06.2008
Karsten Mittag
„Klang und Farbe“

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Vernissage zur 12. Ausstellung:
17.04.2008
Hans-Jürgen Hartmann
Zeichnungen

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Vernissage zur 11. Ausstellung:
14.02.2008
100 Jahre Frauenarbeit in Sachsen

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Vernissage zur 10. Ausstellung:
15.11.2007
Junge Gemeinde
Reise nach Corrymeela

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Vernissage zur 9. Ausstellung:
21.09.2007
Siegmar Cholet und Ortrun Rudelt
„Bach heiter und so weiter“ – Plastiken und Skulpturen

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Vernissage zur 8. Ausstellung:
22.06.2007
Kirchgemeinde Petri-Nikolai
„Impressionen von der Restaurierung der Silbermannorgel“

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Vernissage zur 7. Ausstellung:
13.10.2006
Birgit Baer
„Gelb trifft Blau“

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Vernissage zur 6. Ausstellung:
08.09.2006
Evangelischen Kindergarten „Petri-Nikolai“
„Papierkünstler“ – Werke auf und aus Papier

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Vernissage zur 5. Ausstellung:
21.07.2006
Hilde Golde
Malerei

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Vernissage zur 4. Ausstellung:
02.06.2006
Peggy Skott
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – Spuren eines Studiums

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Vernissage zur 3. Ausstellung:
28.04.2006
Kinder der Volkskunstschule Mosyr, Weißrussland
Gemälde

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Vernissage zur 2. Ausstellung:
05.08.2005
Gisela Gräning
„Archäologie der Imagination“ – Collagen, Installationen und andere Arbeiten

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Vernissage zur 1. Ausstellung:
23.06.2005
Jörn Michael
Bilder und Skulpturen

 


Friedrich Press

Bild: Unterschrift Friedrich Press – Klick zum Vergrößern

„Ich weiß ganz bestimmt, wenigstens 80–85% … sagen Nein zu meiner Arbeit, aber schon damit habe ich 50% von dem, was ich erreichen will, erreicht. Die Leute beschäftigen sich damit.“
Friedrich Press

Bei dem Umbau der Freiberger Petrikirche ab 1974 lieferte der in Westfalen geborene und in Dresden lebende Bildhauer Friedrich Press (1904–1990) die zeitgemäße Ausstattung des neu geschaffenen Kirchenraumes.
Friedrich Press schuf hauptsächlich sakrale Werke und war für eine Vielzahl von katholischen und evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR tätig. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stand immer wieder das Leiden Christi. Dabei beschränkt sich Press auf die Hervorhebung der entscheidenden Merkmale. Er sagte selbst: „Ich will Christus nicht darstellen, denn ich weiß nicht, wie er aussah. Ich will nur das Zeichen setzen“.

Press schuf in Freiberg an der Glaswand zwei weit über fünf Meter große Christusfiguren aus mit Silberfolie belegtem Lindenholz. Sie sind jeweils nach dem gleichen Grundkonzept gestaltet. Der Künstler selbst betitelte die Skulptur zum Chorraum hin, die Christus als den leidenden Gottesknecht darstellt, als „Der letzte Schrei“. Dieser Aussage liegt das Bibelwort des Propheten Jesaja 52,13 zugrunde. Alles an dieser Figur ist nur angedeutet, der Körper, die Dornenkrone, Mund und Augen, doch spürt der Betrachter durch diese wenigen Hinweise den Leidensausdruck des sterbenden Christus.
Die zum Kirchenschiff hin gewandte Skulptur bezieht sich in ihrer Aussage auf die Offenbarung 20. Sie wurde vom Künstler als „Der wiederkommende Christus als Weltenherrscher“ bezeichnet. So trägt Jesus hier ein Schwert als Zeichen seiner richterlichen Macht.

Unter der Skulptur im Hauptschiff steht der Altartisch, der ebenfalls von Press geschaffen wurde. Seine Bestandteile erwecken durch Gestaltung und Ausformung den Eindruck von „Tragflächen“.

Auf den Altartisch und die Christusskulptur ausgerichtet sind die zwölf Holzstelen an den Wänden des Langhauses. Durch ihre Zwölfzahl kann der Betrachter sie als die Symbole der Apostel deuten, doch wurden sie von Press als „Die wartende Gemeinde“ bezeichnet. Die Stelen sind wiederum sehr archaisch ausgeformt, nur das Wichtigste – die auf Christus gerichteten Augen – hat der Künstler hervorgehoben. Die Holzstelen sollen als Symbole für die Gemeinschaft der Gläubigen in der Kirche stehen, jeder kann versuchen, sich mit ihnen zu identifizieren.

(Quelle: nach „Kunstführer“, siehe Impressum)




Wegen ungeklärter Urheberrechte können hier vorerst Fotografien nicht gezeigt werden. Möchten Sie diese Kunstwerke von Friedrich Press in natura sehen – besuchen Sie unsere Petrikirche!


Die 12 Stelen von Friedrich Press

(von Kantor Siegfried Helterhoff)

Ca. 1975 gab der Kirchenvorstand der Petrikirche unter Pfarrer Beuchel den Auftrag. Die entstehenden Skulpturen und Stelen sollten Meditationsfiguren sein, weil man diesen Figuren zuhören muss, will man ihre Körpersprache verstehen (so Friedrich Press). Wichtig sind die Bibeltexte, die der damalige Kirchenvorstand von Friedrich Press gestaltet haben wollte.

„Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte“, ein Wort aus dem Jesajabuch für die Meditationsfigur des Chorraumes. Friedrich Press wählte für sich selbst als Arbeitstitel „Der Schrei“. Er wollte den Augenblick des Sterbens Jesu festhalten. Die Figur als Ganzes sagt mehr. Sie will verdeutlichen, wer hier stirbt und warum er stirbt.

Umfangreicher war die Gestaltungsaufgabe für den großen Kirchenraum. Tagelang schloss sich Friedrich Press in der Kirche ein und dachte über das zweite Textwort nach: „Er wird sie weiden mit eisernem Stabe“. Gemeint ist hier die Erfüllung der alten Bitte: „Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab“. Gott möge den Herrscher schicken, der das Böse aus der Welt schafft. Dieser Friedenskönig mit dem Stab trägt die Zeichen seines Leidens und Sterbens. Nun ist er für die „Wartende Gemeinde“ da, die recht kümmerlich nach ihm Ausschau hält.

Die Zahl 12 symbolisiert die Gesamtchristenheit an allen Orten und zu allen Zeiten. Friedrich Press sagte: „Jede dieser Stelen gibt eine augenblickliche Gemütslage eines Gemeindegliedes wider. Man könnte sich an einem Tage durchaus in drei verschiedenen Figuren wiederfinden.“ Er ermunterte darum zum Hinschauen und Hören, was sie sagen.

Folgende Anregung kann nur eine von vielen Deutungen sein. Die Reihenfolge beginnt auf der Südseite (rechts) von Ost (Altar) nach West (Orgel) und danach die Nordseite (links) von West nach Ost zurück Richtung Altar.

  • Die 1. Stele hat eine zerfurchte Stirn. Das deutet auf Intelligenz und viel Wissen, aber auch auf einen Berg von Problemen hin. Die Figur hinterfragt alles und nimmt nichts, wie es einmal ist. Auf ihr lastet schwere Gedankenarbeit. Sie fragt zum Altar hin: „Herr, was sagst du dazu?“
  • Die 2. Stele durchlebt eine beklemmende schmerzvolle Leere. Im Augenblick erscheint ihr alles sinnlos. Mit einem Auge sieht sie ins Leere, mit dem anderen auf sich herunter, hinein in Hilflosigkeit, Trostlosigkeit und Aussichtslosigkeit. Denkt sie gerade: „Das muss ich jetzt einfach aushalten?“ Oder: „Wer hilft mir?“
  • Die 3. Stele ist von Kopf bis Fuß gespalten, ein Bild des Menschen, der nicht sagt, was er denkt, sondern redet und handelt, wie die verschiedensten Gruppierungen der Gesellschaft es verlangen. Ein Auge sieht auf Jesus: „Herr, wie kann man unter solchen Umständen noch Christ sein?“ Das andere Auge sieht in die Welt der verschiedenen Meinungen.
  • Die 4. Stele hat sich trotzig und verzagt abgewandt. Sie hat einen eigenen sehr breiten Standpunkt, geradezu überbreit. In ihrem Stolz will sie auf guten Rat nicht hören. Aber sie ist dabei sehr unglücklich.
  • Die 5. Stele gibt Rätsel auf. Sie hat eine Hand auf der Brust und die Augen in den Himmel gerichtet (nicht auf Jesus). Die Öffentlichkeit denkt sich so einen frommen Menschen. Die Stele präsentiert sich: „Seht her, was für ein guter Mensch ich bin.“
  • Die 6. Stele ruht in sich. Sie konzentriert sich mit beiden Augen auf Jesus, ist aber trotzdem gespalten vom Kopf bis zur Herzgegend, ein Bild für Zweifel: „Herr verwandle meinen Zweifel in Glauben.“
  • Die 7. Stele (Nordseite) steht am Rande wie ausgeschlossen, weil ihr das Leben „übel mitgespielt“ hat. Sie ist total verbittert. Der Mund ist zwanghaft zugekniffen: „Ich sag’ nichts mehr“. Aber Hoffnung ist da: Ein Auge ist auf Jesus gerichtet, obwohl die ganze Körpersprache depressiv ist.
  • Die 8. Stele versteckt sich hinter Worten und Handlungen. Sie schielt, denn niemand soll wissen, wohin sie blickt. Sie redet mit zwei Mündern, denn niemand soll die eigentliche Meinung erraten. Sie macht sich und ihrer Umwelt etwas vor. Sie ist gefangen in sich selbst. Wer reißt sie da heraus?
  • Der Kopf der 9. Stele ist in die Schulter eingesunken. Die Ohren sind zu. Das Auge ist gut ausgebildet. Sie sieht sehr deutlich, was in der Welt alles passiert. Das macht sie sprachlos (siehe 4. Stele).
  • Die 10. Stele ist eindeutig, aus einem Guss. Ruhig und ohne jede Zerrissenheit steht sie da und zwar ganz unaufdringlich (siehe 5. Stele). Sie hat Ruhe gefunden in der ganzen Ausrichtung hin auf den Kommenden.
  • Eine schwere Erschütterung geht durch die 11. Stele. Ihr ist „etwas auf die Füße“ gefallen. Fassungslos schaut ein Auge da hinunter, das andere ist auf Jesus gerichtet: „Sieh dir das an“.
  • Die 12. Stele hat Probleme, die aus dem Innern kommen, also nicht von außen. Sie ist sich selbst zum Fragezeichen geworden, aber kein wohlgeformtes, sondern ein quälendes eckiges Fragezeichen. Ein Auge sieht hin zu Jesus. Sie steht ihm so nahe: „Herr, ich begreife mich nicht mehr.“
  • Sieht die Gemeinde Jesu so aus? Aber der Herr nimmt sie an! Sie hören alle seine Worte: „Kommt her zu mir, alle“!

 


Biographie Friedrich Press

(von Christian Holfeld, 1997, Link www.et-kreis.de/etmil.html)

„Reduktion die nicht ärmer macht!“ – Auf diese kurze Formel kann der für Friedrich Press so typische Stil der zu Zeichen verknappten, gleichnishaften Ausformung seiner christlichen Themen gebracht werden. Er gehört zweifelsohne zu den profiliertesten Vertretern der neueren Bildhauergeneration.

Geboren wurde Friedrich Press am 7. September 1904 in Ascheberg. Seine westfälische Heimat prägte zutiefst seinen christlichen Glauben, aus dem heraus er später so eindrucksvoll seine Werke gestaltete. 1921–1924 absolvierte er eine Lehre als Holz- und Steinbildhauer in Münster, 1924–1926 bildete er sich an den Kunstgewerbeschulen in Dortmund und Berlin Charlottenburg weiter. 1927 kommt er dann nach Dresden und studierte bis 1931 an der Kunsthochschule als Meisterschüler bei Prof. Georg Wrba. Anschließend lebte er bis 1935 als freischaffender Künstler in einem mittelalterlichen Wohnturm in Davensberg/Westfalen.

Auf der Großen Westfälischen Kunstausstellung in Münster und der Akademieausstellung in Berlin erregte er 1932 mit seinem „Christuskopf“ Aufmerksamkeit, u.a. auch von Käthe Kollwitz. Nur wenige Monate später wurde seine Skulptur aber als entartete Kunst von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und der Künstler mit Ausstellungsverbot belegt. 1934 übersiedelte er dann nach Dresden in die Schweizer Straße (Atelier Hohe Straße).

1940 wird er als Soldat eingezogen und kehrt erst wieder 1946 nach österreichischer Kriegsgefangenschaft in das zerstörte Dresden zurück. Seine Kriegserlebnisse, über die er nur sehr ungern sprach, schlugen sich schon bald in plastische Werke wie „Christus am verkohlten Lattenzaun“ nieder. Sein Stil hat sich in dieser Zeit ohne Frage geändert, er hält aber weiterhin an einer expressiven Ausdrucksweise fest. Nach einigen öffentlichen Aufträgen bis in die 50er Jahre hinein wird der kommunistischen Obrigkeit die tiefe Religiosität Friedrich Press’ hinderlich. Von staatlicher Seite wird er von nun an bis zur Wende hin fast vollständig ignoriert. So findet er im Bereich der beiden großen Konfessionen sein überreiches Betätigungsfeld.

1954 zieht er um in sein Haus „Epikur“ auf den Loschwitzhöhen. Seinen weithin bekannten Stil hat er bis Mitte der 60er Jahre gefunden. Sensible Altar-, Kreuz- und Grabmalgestaltungen, sakrale Plastiken und Kirchenräume für 43 katholische und evangelische Kirchen in ganz Deutschland machen ihn zu einem Künstler von europäischen Rang. Auch in den Vatikanischen Museen finden sich seine Werke. 1980 schließlich wird er auch zum Mitglied der Akademie der Künste zu Parma/Italien gewählt.

Friedrich Press starb am 5. Februar 1990 in Dresden und ist auf dem Friedhof in Loschwitz begraben.

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