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Die Silbermannorgel

Die größte zweimanualige Orgel von Gottfried Silbermann!

Nach unten auf dieser Seite:
Link Zu den Klangbeispielen der Orgel,
Link zu den Diskographie und Broschüren über die Orgel,
Link zur Disposition und Stimmung der Orgel,
Link zur Geschichte der Orgel,
Link zur Biographie von Gottfried Silbermann, und
Link zu weiteren informationen über die Silbermannorgel.


Von Mai bis Ende Oktober findet jeden Mittwoch von 12:00 Uhr bis 12:30 Uhr ein Orgelvorspiel auf der Silbermannorgel von 1735 statt! Bei dieser Gelegenheit kann auch die Balganlage der Orgel besichtigt werden.
Sie können natürlich gern für Tagungen oder private Anlässe Orgelführungen bzw. auch kleine Konzerte bestellen!

Bild: Orgelrestaurierung – Klick zum Vergrößern Bild: Orgelrestaurierung – Klick zum Vergrößern    Bild: Orgelrestaurierung
Link Vom September 2006 bis Mitte 2007 wurde die Orgel umfassend restauriert, darüber informiert eine Extra-Seite.


Splendido strumento! Molto belli! [Stefano Bartuletti; Italien]
Sonori e imponente! [Stefano Barliesto; Italien]
Es gibt keine Orgel, die so viel hergibt, wenn man Bach darauf spielt. [Prof. Craig Humber; Kanada, Österreich]
Each sound is beautiful! This instrument is a treasure! [Dr. Carol Nave; USA]
Vielen Dank für die wunderbare Gelegenheit, auf dieser fabelhaften Orgel spielen zu dürfen! [Oren Kirschenbaum; Israel]
Eine großartige, himmlische Orgel! [Prof. Matthias Eisenberg; Zwickau]
Dieses Instrument ist die Stradivari unter den Orgeln! [Claudia Hanisch; SolarWorld AG Freiberg]
Unter Kennern gehört sie zu den europäischen Sternstunden! [Prof. Martin Strohhäcker; Dresden]
The touch, the combination of sounds, everything is fabulous! [Prof. Craig Humber; Kanada, Österreich]
Diese Orgel spielt von allein, man muss nur die Finger auf die Tasten legen! [Prof. Craig Humber; Kanada, Österreich]
Diese Silbermannorgel ist die Kaiserin der Instrumente! [Dr. Andreas Laschet; Wipperfürth]
Es ist immer wieder eine himmlische Freude, an dieser Orgel musizieren zu können! [Felix Friedrich; Altenburg]
Gracias! Danke! [Cristina Garcia Banegas; Uruguay]
Ein Traum von einer orchestralen Barockorgel! [Hansjörg Albrecht; Oberhaching]
Es war für mich eine große Freude, dieses Instrument besuchen zu können! [Daniel Kern; Frankreich]
Eine wunderschöne Orgel! [Orgelklasse Amsterdam + Hamburg]
Alles Gute für diese Silbermann-Königin! [Hansjörg Albrecht; Oberhaching]
Noch nie ist mir der Klang einer Orgel so unter die Haut gegangen wie dieser! [Andrea Malzahn; Erfurt]
Bach kann kommen! [anonym]
Man möchte gar nicht aufhören zu spielen! [Uwe Nürnberger; Dresden]
Auf dass die Orgel mit ihrem prächtigen Klang lang zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen erklingt! [David Franke; Freiberg, Stuttgart, Berlin, Naumburg]


Klangbeispiele


Logo Silbermannorgel 2-Minuten-Ausschnitt aus der Toccata in d-Moll (BWV 538)
Logo Silbermannorgel 2-Minuten-Ausschnitt aus der Fuge in d-Moll (BWV 538)

Diese Stücke sind der CD „Andreas Hain – Die G.-Silbermann-Orgel der Petrikirche zu Freiberg“, herausgegeben vom Fagott-Orgelverlag Friedrichshafen, entnommen und im MP3-Dateien umgewandelt worden.
Vielen Dank Kantor Andreas Hain und Herausgeber Dr. Alexander Koschel für die Erlaubnis der Veröffentlichung.


Diskographie und Broschüren

Viel wurde bereits über unsere berühmte Gottfried-Silbermann-Orgel geschrieben, und noch mehr Tonaufnahmen gemacht. Die Diskographie dieser Orgel ist mit Abstand die Reichhaltigste in naher und ferner Umgebung!

Folgend beispielhaft einige der aktuellen Medien. Diese stehen in der Regel im Rahmen der Offenen Kirche Besuchern zur Einsichtnahme zur Verfügung.

Bild: Orgelwiederweihefestschrift – Klick zum Vergrößern   Broschüre:
„Die Gottfried-Silbermann-Orgel der Petrikirche zu Freiberg“
Entstehung • Veränderung • Rekonstruktion
(92 Seiten, 84 überwiegend farbige Abb., Format 28×21 cm, Klappenbroschur)
Das Themenspektrum ist weit, beginnend mit der Geschichte der Kirche über die Darstellung der Musikhistorie in Freiberg bis zu Einblicken in das Restaurierungsgeschehen 2006–2007 und vieles Interessante mehr.

Bild: Dr. Alexander Koschel, Holger Forberg – Die G.-Silbermann-Orgel in Ton und Bild – Klick zum Vergrößern Bild: Dr. Alexander Koschel, Holger Forberg – Die G.-Silbermannorgel in Ton und Bild – Klick zum Vergrößern DVD:
Dr. Alexander Koschel, Holger Forberg
„Die G.-Silbermann-Orgel der Petrikirche in Freiberg in Ton und Bild“
G.-Silbermann-Orgel der Petrikirche in Freiberg
     
Bild: Cristina García Banegas – „BACH an der Gottfried-Silbermann-Orgel (1735) der Petrikirche in Freiberg“ – Klick zum Vergrößern Bild: Cristina García Banegas – „BACH an der Gottfried-Silbermann-Orgel (1735) der Petrikirche in Freiberg“ – Klick zum Vergrößern CD:
Cristina García Banegas (Montevideo/Uruguay)
„BACH an der Gottfried-Silbermann-Orgel (1735) der Petrikirche in Freiberg“

Bild: Florian Mayer – Elf Präludien für Violine solo – Klick zum Vergrößern Bild: Florian Mayer – Elf Präludien für Violine solo – Klick zum Vergrößern CD:
Florian Mayer
„Elf Präludien für Violine solo“

Bild: Andreas Hain – Die G.-Silbermann-Orgel der Petrikirche zu Freiberg vor und nach der Restaurierung – Klick zum Vergrößern Bild: Andreas Hain – Die G.-Silbermann-Orgel der Petrikirche zu Freiberg vor und nach der Restaurierung – Klick zum Vergrößern CD:
Andreas Hain
„Die G.-Silbermann-Orgel der Petrikirche zu Freiberg“
Die Gottfried-Silbermann-Orgel vor und nach der Restaurierung
Europäische Orgelmusik des 16.–18. Jahrhunderts

Bild: Margaret Phillips – J. S. Bach – Klick zum Vergrößern Bild: Margaret Phillips – J. S. Bach – Klick zum Vergrößern CD:
Margaret Phillips
„J. S. Bach“
St. Jacobikirche Sangerhausen
Petrikirche Freiberg

Bild: Marcus Rust und Christian H. Grosch – Many and Great are Thy Things – Klick zum Vergrößern Bild: Marcus Rust und Christian H. Grosch – Many and Great are Thy Things – Bach und Silbermann – Klick zum Vergrößern CD:
Marcus Rust und Christian H. Grosch
„Many and Great are Thy Things“
Silbermann-Orgel St. Petri Freiberg
Marcus Rust – Trompete, Flügelhorn
Christian H. Grosch – Orgel, Gesang
Bild: Craig Humber – Die Leipziger Choräle – Klick zum Vergrößern Bild: Craig Humber – Die Leipziger Choräle – Bach und Silbermann – Klick zum Vergrößern Doppel-CD:
Craig Humber
„Die Leipziger Choräle“
Johann Sebastian Bach
Leipzig Chorales
Bild: Jan Katzschke – Bach und Silbermann – Klick zum Vergrößern Bild: Jan Katzschke – Bach und Silbermann – Klick zum Vergrößern CD:
Jan Katzschke
„Bach & Silbermann“
Bach & Silbermann
Orgelwerke von Johann Sebastian Bach an der Silbermann-Orgel der Petrikirche in Freiberg/Sachsen
Bild: Christian Skobowsky und Annegret Siedel – Bach und Silbermann – Klick zum Vergrößern Bild: Christian Skobowsky und Annegret Siedel – Bach und Silbermann – Klick zum Vergrößern CD:
Christian Skobowsky – Orgel & Annegret Siedel – Barockvioline
„Die Silbermannorgel in der Petrikirche zu Freiberg“
Muffat, Biber, Froberger u.a
Bild: Jean-Baptiste Robin – Felix Mendelssohn-Bartholdy – Klick zum Vergrößern Bild: Jean-Baptiste Robin – Felix Mendelssohn-Bartholdy – Klick zum Vergrößern Dreifach-CD:
Jean-Baptiste Robin
„Felix Mendelssohn-Bartholdy“
Intégrale de l’oeuvre pour orgue
Felix Mendelssohn Bartholdy: Orgelwerke

Bild: Andrus Madsen – Johann Pachelbel – Klick zum Vergrößern Bild: Andrus Madsen – Johann Pachelbel – Klick zum Vergrößern Doppel-CD:
Andrus Madsen
„Johann Pachelbel“
Orgeln in Schlägl, Erfurt & Freiberg
    … und noch viele andere mehr!



Frühere Aufnahmen in zufälliger Folge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

CD: Krebs Johanna Baumgärtel (Flauto traverso), Dr. Felix Friedrich (Orgel):
Johann Ludwig Krebs
CD: Billeter Bernhard Billeter:
Die Silbermann-Orgel von St. Petri in Freiberg
CD: Hospach-Martini Mario Hospach-Martini:
an der historischen Gottfried-Silbermann-Orgel aus dem Jahr 1735 der Petrikirche in Freiberg
CD: Wagler Kirchenmusikdirektor Dietrich Wagler:
Sächsische Orgelmusik des 18. und 19. Jahrhunderts
Dietrich Wagler an der restaurierten Silbermannorgel der Petrikirche zu Freiberg
CD: Schäfer Johannes Schäfer: Bach, Johann Sebastian, Orgelwerke 19
an der Silbermannorgel der Petrikirche zu Freiberg Choralbegleitung zu Kirnbergers Sammlung, BWV 690–713
CD: Rammstein Rammstein:
Ohne Dich
CD: Eger Arthur Eger, Christoph Albrecht, Erich Piasetzki, Günter Metz, Hannes Kästner, Hans Otto, Herbert Collum, Johannes Schäfer, Johannes-Ernst Köhler, Robert Köbler:
Johann Sebastian Bach: Orgelwerke auf Silbermann-Orgeln (15 CDs)
CD: Koschel Dr. Alexander Koschel:
an der Silbermann-Orgel der Petrikirche in Freiberg
CD: Kooiman Ewald Kooiman:
Die Orgeln von Gottfried Silbermann Vol.1
CD: Rudolph Thomas Rudolph:
Randzeichen – Improvisationen über ein Bild von Albert Fürst
CD Dr. Felix Friedrich, Ewald Kooiman, Prof. Jean Ferrard, Prof. Martin Haselböck:
Die Orgeln von Gottfried Silbermann Volume 1–4
CD: Koschel Dr. Alexander Koschel:
Lob der Orgel –- Orgelmusik aus 6 Jahrhunderten, St. Petri-Kirche Freiberg
CD: Ferrard Prof. Jean Ferrard:
Orgue de la Petrikirche, Freiberg – Jean Ferrard joue Bach
CD: Trappe Prof. Hans-Joachim Trappe:
Die Silbermann-Orgeln im Dom und Petrikirche zu Freiberg
CD: Trappe Prof. Hans Joachim Trappe (Orgel), Vera Cordes (Sprecherin):
Orgelmusik und Texte zur Advents- und Weihnachtszeit an den Silbermann-Orgeln in Dom und Petrikirche zu Freiberg
Eine Benefiz-CD für die Deutsche Herzstiftung.
CD: Trappe Prof. Hans Joachim Trappe
spielt an berühmten historischen Orgeln Johann Sebastian Bach
CD: ECHO ECHO-CD
CD: Schäfer Johannes Schäfer:
Das Orgelwerk auf Silbermann-Orgeln Vol. 5
Orgel der St. Petrikirche zu Freiberg
CD: Foccroulle Prof. Bernard Foccroulle:
Johann Sebastian Bach – Frühe Orgelwerke
CD: Wagler Kirchenmusikdirektor Dietrich Wagler.
Novalis – CD 3
CD: Kolbein Prof. Kolbein Haga:
j s bach organ works
CD: Feller Prof. Erik Feller:
à l’orgue historique G. Silbermann de la Petrikirche, Freiberg (Allemagne)
Johann Sebastian Bach – Goldberg-Variationen
CD: Weinberger Prof. Gerhard Weinberger:
Bach – Complete Organ Works
CD: Helterhoff Siegfried Helterhoff
an der G.-Silbermann-Orgel (1735) der St. Petri-Kirche zu Freiberg in Sachsen
CD: Schauerte Helga Schauerte-Maubouet
Johann Sebastian Bach
CD: Raml Franz Raml
Pachelbel

 


Disposition und Stimmung der Gottfried-Silbermann-Orgel (II/32)

Die Orgel besitzt 32 Register auf zwei Manualen und Pedal. Sie ist die größte zweimanualige Orgel von Gottfried Silbermann.

Stimmtonhöhe: 462,5 Hz
Temperierung: Neidhardt 2 – „für die kleine Stadt“ von 1732
1784 klingende Pfeifen, zwei der Prospektpfeifen sind stumm
Tonumfang: C,D-c3 (Manuale) und C,D-c1 (Pedal)



Hauptwerk I. Manual
Principal 16 Fuß
Octav Principal 8 Fuß
Viol di Gamba 8 Fuß
Rohr-Flöte 8 Fuß
Octava 4 Fuß
Spitz-Flöte 4 Fuß
Qvinta 3 Fuß
Octava 2 Fuß
Tertia aus 2 Fuß
Cornet 4fach (ab c1)
Mixtur 4fach
Cymbel 3fach
Fachott 16 Fuß
Trompete 8 Fuß
Oberwerk II. Manual
Qvinta dena 16 Fuß
Principal 8 Fuß
Gedackts 8 Fuß
Qvinta dena 8 Fuß
Octava 4 Fuß
Rohr-Flöte 4 Fuß
Nassat 3 Fuß
Octava 2 Fuß
Qvinta 1 1/2 Fuß
Sufflöt 1 Fuß
Sechst Qvint altra (4/5, ab c1: 1 3/5)
Mixtur 3 fach
Vox humana 8 Fuß
Pedal
Groß Untersatz 32 Fuß
Principal Bass 16 Fuß
Octaven Bass 8 Fuß
Possaune 16 Fuß
Trompete 8 Fuß
Nebenregister
Tremulante
Schwebung
Schiebekoppel I/II
Bassventil (Ventilkoppel I/P)
Klingel

 

Bild: Orgel der Petrikirche Freiberg – Klick zum Vergrößern Bild: Orgel der Petrikirche Freiberg – Klick zum Vergrößern

Die Geschichte der Orgel

14.06.1569 erste Erwähnung einer Orgel
„14. Juni 1569 Blitzschlag in Petri, traf die Orgel, eine zinnerne Röre zum theile zerschmelzt, bey den Claviren an der Orgel die breter zerschmettert und zerschlagen, einen Balcken darbey zersplittert; die Orgel ist auch also verrückt, dass man nicht mehr druffe hat schlagen können.“

1589/90 Die Rechnungsbücher des geistlichen Einkommens berichteten über eine Reparatur:
„63 fl. 13 gr. 11 Pf. Caspar Löwe von Weißenborn wegen der orgell zu vorferttigen. Löwe zur Vorehrung 5 fl. 15 gr., Schall ebenfalls 5 fl. 15 gr. zur Vorehrung, so das wergk die Zeit uber beschlagen auff eines Erbaren Raths befehlich“

ca. 1610 Der Chronist Möller schreibt von „ein klein schlecht Wercklein“

1614 Großreparatur durch Hoforgelmacher G. Fritzsche in Dresden für 740 fl. 8 gr. 3 Pf.:
neues Rückpositiv, 8 neue Bälge, neue Klaviere, Dulcianbass, Bauernflöte, Cornett, Verlängerung sämtlicher Pfeifen zum Chormaß: „dermaßen wohlangerichtet, das man gar wohl darmit zufrieden sein können“
Ausgabe von 30 fl. an den Bildhauer Hans Fritzsche:
„for einen großen und 4 kleine Engel“

1634–1639 Andreas Hammerschmidt wirkte als Organist an der Orgel.

1644 Die Orgel besitzt „24 Stimmen mit 1176 Pfeifen ohne die Tremulanten, Trummel, orgelgeschrey, Cymbeln u. dergleichen“

1650 Blitzschlag, die Reparatur kostete 20 fl. 8 gr.:
„in etwas in rückpositiv lediret, also dass etliche pfeifen schadhaft worden“

1678 Organist J. Pötzsch „getraute sich nicht mehr, auf der Orgel weiter fortzukommen“

1679 Großreparatur durch Hoforgelmacher Andreas Tamitius aus Dresden für 468 fl. 9 gr. 11 Pf., u.a.:
„neue Windlade im Brustwerk, Sesquialtera statt Krumbhorn,   Manualklaviere von Ebenholz u. Koppel zum Rückpositiv u. Tremulanten in beiden Manualen, Erneuerung des Pedales, das ganze Werk repariert, gestimmt u. 4 gute neue Bälge nach ietziger manier“

01.05.1728 großer Stadtbrand, dabei Zerstörung von Kirche und Orgel

21.01.1733 Mitten im Wiederaufbau reichte Silbermann einen Dispositionsentwurf ein, der am 21. Januar 1733 vom Freiberger Rat bestätigt wurde. In dem Falle der Freiberger Orgel für die Petrikirche war Silbermann bereit, eine Orgel „mit Hintansetzung seines besonderen Interesses“ zu bauen.

30.12.1733 Der Rat bewilligte Gottfried Silbermann für die Petri-Orgel  – noch vor dem Kontraktabschluss – die geforderten dreitausend Taler.

03.08.1734 In dem Kontrakt vom 3. August 1734 wurde extra darauf hingewiesen, dass Herr Silbermann „zu einigen mahlen“ erklärt hatte, „zum Besten und Andenken“ in der wiederaufgebauten Petrikirche „ein annehmliches und tüchtiges Orgelwerck zu Gottes Ehren und derselben Zierde mit Hintansetzung seines besonderen Interesses gegen Prästation eines billigmäßigen Quanti zu fertigen“.

Anfang 1734 Silbermann nahm die Werkstattarbeiten auf. Da er zur selben Zeit den Auftrag für den Bau der Orgel für die Frauenkirche in Dresden bekam, wurde in Silbermanns Werkstatt zeitgleich an der Orgel für die Frauenkirche in Dresden und der Orgel für die Petrikirche gearbeitet. 1734 standen die Orgelteile für die Dresdner Orgel zur Verfügung, konnten aber wegen Baumängel an der Frauenkirche nicht aufgestellt werden. Diese Zeit nutzte Gottfried Silbermann, um die Orgel für die Petrikirche fertigzustellen und aufzubauen.

31.10.1735 Orgelweihe
Die Weihepredigt hielt Superintendent Wilisch, der Silbermann höchste Anerkennung zollte. Wilisch sah den Wert der Orgeln darin, dass durch sie der eigentliche Choral fein deutlich vorgespielt und die Melodie gar bald bekannt würde. Dies sei der vornehmste Endzweck aller Orgeln, „und nicht etwan, dass ein geschickter Organist nur seine Kunst auf selbigen beweisen und durch langes praedulieren nur die Ohren kützeln … und ein schönes Lied mehr zu singen, die Zeit verkürtzen und abschneiden solle; sondern dass durch tractierung eines hell klingenden Orgel=Wercks die oft bei den Singen schläffringe Andacht der Kirch=Kinder ermuntert, der Gesang selbst dadurch dirigiret und die unterschiedlichen Stimmen andächtiger Sänger bey der rechten Melodey erhalten werden mögen.“
Im übrigen sei „der gewaltig angewachsene Missbrauch der edlen Kirchen=Musik nicht zu billigen.“

„Du wirst ein Künstler stets auch bey der Nachwelt bleiben,
Dein Ruhm verwelcket nicht, ob Dich der Tod gleich streckt.“
[der Freiberger Organist Johann Christoph Erselius zur Weihe der St. Petri-Orgel über Silbermann]

Den Prospekt der Orgel schuf Johann Christian Feige d. Ä., das Gehäuse baute Christian Polycarp Butzäus.

In seinem Testament hatte Gottfried Silbermann noch einige Legate erlassen, unter anderem dem Organisten zu St. Petri in Freiberg fünfzig Taler.

1768 Ausbesserungen für 200 Taler

1855 Die Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich reinigte die Orgel, und nahm eine gleichschwebende Stimmung ohne Änderung der Tonhöhe vor.

1876 Der Organist an der Petrikirche wurde höher besoldet als der Domorganist.

1893–1896 Tiefgreifende Umgestaltung des Innenraumes der Kirche. Dadurch wurde sowohl die optische als auch die akustische Raumwirkung verändert. Die Umbauarbeiten an der Orgel führte die Orgelbaufirma Gebrüder Jehmlich aus Dresden durch. Die Stimmhöhe wurde durch Umsetzen des Pfeifenwerkes auf den Laden auf 435 Hz herabgesetzt und in den Klaviaturen kam der Ton Cis hinzu. Die folgenreichste Änderung war jedoch der Einbau eines Brustwerkes (Violine 8 Fuß, Dolce 8 Fuß, Äoline 8 Fuß, Salicet 4 Fuß, Flûte harmonique 4 Fuß) auf pneumatischer Kegellade, eines dritten Manuales, dessen Pfeifen auf einer pneumatischen Kegellade hinter dem Oberwerk standen, sowie einer zusätzlichen Pedalstimme (Subbass 16 Fuß). Anstelle der Manualschiebekoppel trat eine Wippenkoppel mit Registerzug.

1917 Die Metall-Mobilmachungsstelle, welche die Ablieferung aller Zinn-Pfeifen verfügte, ließ die Silbermannschen Werke infolge ihres hohen künstlerischen und kunstgeschichtlichen Wertes unangetastet.

1937/40 Veränderung der Windversorgung: Die Keilbälge wurden durch Doppelfaltenmagazine und einem zusätzlichen Schwimmerbalg zur Druckreduzierung ersetzt, die Windtrennung Manuale/Pedal wurde aufgehoben und die Kanaltremulanten wurden durch pneumatische Tremulanten ersetzt. Ein Elektroventilator wurde eingebaut, das dritte Manual umdisponiert, eine Wurmbehandlung durchgeführt.

1959 Die Firma Gebrüder Jehmlich begann mit umfangreichen Arbeiten, um teilweise den Originalzustand von Gottfried Silbermann wiederherzustellen. Das dritte Manual wurde wieder entfernt und die Pfeifen von acht Registern erhielten neue Kerne. Einrichtung einer ungleichstufigen Temperierung.

1993/1994 Der erste Bauabschnitt einer umfangreichen Rekonstruktion durch die Firma Gebrüder Jehmlich fand statt. Dabei wurde u.a. der Spielschrank nahezu wieder in seinen Ursprungszustand versetzt, der Ton Cis entfernt und die Manualschiebekoppel wiederhergestellt. Das Register „Subbass 16 Fuß“ wurde ausgebaut, das Register „Trompete 8 Fuß“ wieder eingebaut. Weiterhin mussten zahlreiche Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden.

2006 bis 15.07.2007 Die Silbermannorgel wurde umfassend restauriert und dem Originalzustand angenähert – siehe „Petri-Nikolai – Silbermannorgel – Restaurierung“. Dazu gehörten die Restaurierung des Orgelprospektes, Rückbau auf die originale Substanz und Reparaturen aller Art im Pfeifenwerk, den Tremulanten, der Windladen und -kanäle, der Mechanik, Abstrakten, Registerzüge und vieles mehr.
Die verschlissenen Magazinbälge wurden entfernt und durch vier neue, den Originalen von Silbermann entsprechende Keilbälge ersetzt. Der notwendige Orgelwind kann nun sowohl durch Motorkraft als auch durch zwei Kalkanten (Bälgetreter) erzeugt werden.
Die Orgel bekam eine Stimmtonhöhe von 462,5 Hz und wurde nach Neidhardt 2 („für die kleine Stadt“) von 1732 temperiert.

 


Biographie von Gottfried Silbermann

Gottfried Silbermann wurde 1683 in Kleinbobritzsch bei Frauenstein (Erzgebirge) geboren. Nach einer Tischlerlehre erlernte er bei seinem großen Bruder Andreas in Strassburg die Kunst des Orgelbaus. Von 1710 bis zu seinem Tod im Jahre 1753 hatte Gottfried Silbermann seine Werkstatt in Freiberg in Sachsen. Zusammen mit seinen Schülern prägte er den mitteldeutschen Orgelbau bis in die heutige Zeit. Er schuf ca. 45 Orgeln, von denen heute noch etwa 30 erhalten sind. Außerdem war er auch als Cembalo- und Clavichordbauer sehr erfolgreich.

An dieser Stelle ein Hinweis auf die Netzseite der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft: http://www.silbermann.org

 


Allerlei weitere Informationen

Bild: Orgelblatt – Klick zum Vergrößern Bild: Orgelblatt – Klick zum Vergrößern Bild: Orgelblatt – Klick zum Vergrößern Bild: Orgelblatt – Klick zum Vergrößern

Am Reformationsfest des Jahres 1735 wurde in Freiberg die Gottfried-Silbermann-Orgel der Petrikirche festlich geweiht. Diesem vielbeachteten gesellschaftlichen Ereignis wurden mehrere Druckschriften einheimischer und auswärtiger Persönlichkeiten gewidmet, in denen Begeisterung und hohes Lob für den Erbauer und sein neues Werk Ausdruck finden. Im Vertrauen auf Silbermanns stets bewiesene Kunstfertigkeit konnte auf die allgemein übliche Orgelprüfung verzichtet werden.
Gottfried Silbermann (1683–1753), seit 1711 in Freiberg ansässig, erhielt fast gleichzeitig die Aufträge für die Instrumente in der Petrikirche dieser Stadt und für die Dresdner Frauenkirche. Der damals fünfzigjährige Meister entschloss sich, für diese Werke und für weitere große Orgeln ein neues Konzept zu entwickeln. Es entspricht der spätbarocken Vorliebe für einen monumentalen, pompösen Klang. Mit fundament-betonenden „gravitätischen“ Registern im Hauptmanual – Principal 16′ und Fagott 16′ – übertrafen diese Orgeln auch die große Freiberger Domorgel aus Silbermanns Frühzeit. Da sich der Baufortgang in der Dresdner Frauenkirche verzögerte, wurde entgegen ursprünglicher Planung zunächst das Freiberger Werk vollendet, welches somit als erstes den Stil der späten Großorgeln Silbermanns repräsentierte.

Prof. Dr. Frank-Harald Greß, Dresden


Bild: Orgel Vertikalschnitt – Klick zum Vergrößern
Von vorn ist die Silbermannorgel oft zu sehen, von der Seite selten. Und durchgeschnitten noch seltener.
Vielen Dank der Firma Jehmlich Orgelbau Dresden für die Erlaubnis, hier diese Zeichnung veröffentlichen zu dürfen.


Bild: Orgelvortrag – Klick zum Vergrößern
Den von Kantor Andreas Hain anlässlich des „Wissenschaftlichen Symposiums über die Rekonstruktion der Silbermannorgel in der Petrikirche Freiberg“ am 17. September 2005 gehaltenen Vortrag können Sie hier nachlesen.

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